Einige Fakten zum Thema

Grundlegende Zahlen

  • Weltweit leiden mehr als 121 Millionen Menschen an Depressionen. (WHO)
  • Allein in Deutschland leiden 26% der Allgemeinbevölkerung an mehr oder weniger stark ausgeprägten Depressionen. Das entspricht 21,2 Millionen Bundesbürger. Davon sind 9,7 Millionen Bundesbürger in ihrem Lebenswandel stark eingeschränkt. (Robert Koch Institut)
  • 89 % der Bundesbürger sind der Meinung, das Depressionen nicht ernst genommen werden. (n24)
  • Depressionen treten oft zusammen mit Angststörungen auf.
  • Ungefähr 30% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die an Depressionen leiden, entwickeln mit der Zeit eine Abhängigkeit von Sucht- und Rauschmitteln. (NIMH)
  • 2/3 der an Depression Leidenden suchen keine professionelle Behandlung. (TWLOHA)
  • Unbehandelte Depression ist die häufigste Ursache für Suizid. 2008 kamen dadurch allein in Deutschland mehr als 9400 Menschen ums Leben. Doppelt so viele wie im Strassenverkehr. (Uni Leipzig)

Depression

Laut der Weltgesundheitsorganisation ist die Depression eine der Hauptursachen für Behinderungen mit über 121 Menschen, die weltweit – laut Schätzungen – an Depressionen leiden. Depressionen können jeden treffen, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft oder sozialem Stand in der Gesellschaft. Es wird geschätzt, dass während der Pubertät ungefähr 20 % aller Teenager an Depressionen leiden. Mindestens 8,3 % aller Jugendlichen leiden mindestens 1 Jahr unter Depressionen. Verglichen dazu sind es bei der Allgemeinbevölkerung 5,3 %, die an ähnlich schweren Depressionen leiden.

Drogensucht

Das Stigma, welches mit der Abhängigkeit verbunden ist, ist die größte Herausforderung, die man meistern muss, wenn dem Abhängigen nachhaltig geholfen werden soll. Selbst in unseren Wohlstandgesellschaften bekommt aber nur ein kleiner Teil die Hilfe, die er wirklich benötigt. Allerdings können Menschen, die in die Abhängigkeit gefallen sind, nur mit effektiven Behandlungen und Unterstützung von außen wieder ein normales Leben führen.

Selbstverletzung

Obwohl es nicht immer der Fall ist, führen unbehandelte Depressionen oftmals zu ungesunden Wegen, auf denen wir versuchen, mit dem Schmerz und mit der Qual umzugehen, die wir fühlen. Wir versuchen alles, um dem Schmerz, den quälenden Gefühlen, oder den negativen Gedanken, die wir empfinden, zu entfliehen. Oft machen uns die Dinge erst hilflos, die wir am Anfang als unverzichtbare Hilfe nutzten. Aber auch wenn sie anfänglich hilfreich zu sein scheinen, sind sie an sich ungesund und können in noch größeren Problemen wie Drogensucht, Essstörungen oder ein selbstverletzendes Verhalten (in Zukunft kurz SVV) resultieren.
Bis 1996, als Prinzessin Diana zugab, dass sie Probleme mit dem SVV hatte, war dieses Verhalten allgemein ein Geheimnis. Innerhalb der letzten 14 Jahre wurde es immer mehr erforscht und somit immer durchsichtiger und behandelbarer. Selbstverletzung wird auch Selbstverstümmlung, Selbstbeschädigung, oder Selbstmisshandlung genannt. Es kann als das vorsätzliche, sich wiederholende, gefühlsbeherrschte, nicht tödliche Beschädigen von sich selbst festgelegt werden. Das schließt folgende Handlungen mit ein, beschränkt sich aber nicht auf diese:

  • Ritzen
  • Verbrennen
  • Das Verlangsamen der Wundheilung
  • Selbstinfizierung
  • Das Schlagen von sich selbst oder von (harten) Gegenständen
  • Das Einführen von Objekten in die eigene Haut
  • Das Prellen oder Brechen der eigenen Knochen
  • spezielle Formen des Haareausreißens

Obwohl diese Verhaltensweisen ernstzunehmende Risiken darstellen, können sie Symptome für Probleme sein, die behandelt werden können.

Experten schätzen, dass ungefähr 4% der Bevölkerung mit Selbstverletzung zu kämpfen haben. Es tritt gleichermaßen bei Männern und Frauen auf, auch wenn es in der Öffentlichkeit scheint, dass Frauen stärker betroffen seien als Männer.
Auslöser oder Symptome für ein SVV können sein:

  • Ein Gefühl der Leere
  • Eine Unfähigkeit, Gefühle auszudrücken oder zu verstehen
  • Einsamkeit
  • Angst
  • Eine vergangene Misshandlung
  • Depressionen

Selbstverletzung ist, wie viele Abhängigkeiten, meistens ein Bewältigungsmechanismus um mit psychischen Qualen umgehen zu können. Viele, die damit kämpfen, haben auch Probleme mit Essstörungen, mit Alkohol- oder Drogenmissbrauch. Obwohl Selbstverletzung der Weg mancher Menschen ist, um mit qualvollen oder schwer ausdrückbaren Gefühlen umzugehen oder sich davon zu erlösen, ist es meistens KEIN Suizidversuch. Die Entlastung durch Selbstverletzung ist meistens nur von kurzer Dauer und hält für gewöhnlich nur den zerstörerischen Kreislauf aufrecht, der das Leiden verschlimmtert. Dieser Kreislauf bedeutete, dass die, denen nicht geholfen wird, meistens noch depressiver werden und sich selbst noch wertloser fühlen; zusätzlich zu der Qual und dem Bedürfnis nach Entlastung, wodurch der Kreislauf noch weiter verstärkt wird.

Obwohl Selbstverletzung keinen Suizidversuch darstellt, trägt der Schaden, den man anrichtet, wenn man sich selbst verletzt, immer die Gefahr, dass man sich ernsthaft verletzt – im schlimmsten Fall mit Todesfolge; unbetrachtet von der Tatsache, ob dies nun beabsichtigt war oder nicht. Der sich fortsetzende Kreislauf aus Selbstbeschädigung und (Drogen-)Sucht, oder der Missbrauch von verschiedenen Substanzen und Essstörungen, kann eine zerstörende Wirkung auf die physische und psychische Gesundheit des Einzelnen haben. Der Kampf gegen diesen Kreislauf wird ohne Behandlungen und Unterstützung oft im Laufe der Zeit immer schlimmer.

Selbstverletzung macht, wie Alkohol, Drogenmissbrauch oder Essstörungen, abhängig. Daher ist Selbstverletzung nichts, was leicht zu stoppen wäre. Aber Hilfe und Behandlung sind verfügbar und, was noch viel wichtiger, ist: Heilung und Freiheit sind möglich!
Wir glauben, dass das stimmt – unabhängig davon, ob die Person gegen Selbstverletzung, Selbstverletzung, Alkohol- und Drogensucht, Magersucht, Sexsucht, oder andere Störungen ankämpft. Laut Nachforschungen von der APA (Österreichische Presseagentur) sind die Chancen, dass Betroffene wieder ein angenehmes Leben führen können sehr hoch, wenn sie professionell betreut werden.

Suizid

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jährlich ungefähr eine Million Menschen weltweit in den Freitod gehen. Dies entspricht einer Sterblichkeitsrate von 16 auf 100.000 Menschen oder alle 40 Sekunden, wo ein Mensch Suizid begeht. Ungefähr 10 bis 20 Mal so viele Menschen scheitern bei der Durchführen des Suizids. In Deutschland liegt diese Rate leicht unter dem weltweiten Schnitt bei 12 von 100.000. (SBA)

Die WHO berichtet weiter, dass die Suizidrate in den letzten 45 Jahren um 60 % gestiegen ist. Weltweit ist Suizid unter den drei häufigsten Todesursachen zwischen 15 und 44-jährigen zu finden. Obwohl die Suizidraten bei älteren Männern gewöhnlicherweise am höchsten ist, stieg in den letzten Jahren die Suizidrate unter den Jugendlichen drastisch an. Die Suizidrate für die 15- bis 35-jährigen Männer liegt in Deutschland bei 17 % und für 15- bis 35-jährige Frauen bei knapp 11 % (SBA) und somit im Deutschlandschnitt am Höchsten.

Für die meisten Suizidfälle wird als Grund eine psychische Störung genannt. Suizid wird von vielen Faktoren beeinflusst; unter anderem dem kulturellen und wirtschaftlichen Umfeld, der Famillie und individuellen Krisen, wie zum Beispiel der Verlust eines geliebten Menschen oder bei Schwierigkeiten seine eigene Identität oder Sexualität zu entwickeln.
Die WHO sagt außerdem, dass in Osteuropa die höchste Suizidrate herrscht (in Weißrussland bis zu 33,4 von 100.000 Personen) und in den Mittelmeerregionen sowie in Asien die geringste (in Griechenland 1,6 von 100.000 Personen (Stand 2006).

Nahezu 30 % aller Suizidfälle sind aus Indien und China gemeldet. Weltweit sind in etwa 55 % aller Suizidfälle 44 Jahre alt oder jünger, die restlichen 45 % sind 45 oder älter. Die Suizidrate unter Jugendlichen steigt am stärksten an.

Wir glauben, dass Rettung möglich ist und fühlen uns verpflichtet, die Hoffnung an alle anderen weiterzugeben, die den täglichen Kampf in einer zerbrochenen Welt kennen.

Soweit nicht anders angegeben stammen die Informationen von TWLOHA
Wo SBA als Quelle angegeben ist, bezieht sich der Autor auf diesen Flyer

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